Elektriker – Ein spannungsreicher Beruf
Die Anfänge der Elektrotechnik lassen sich auf die Erforschung physikalischer Gesetzmäßigkeiten zurückführen. Bereits im 16. Jahrhundert führte der Engländer William Gilbert Reibungsexperimente mit Bernstein durch und entwickelte die ersten Theorien zur Elektrizität. Gilbert war auch der erste Wissenschaftler, der den Ausdruck elektrisch verwendetet, der auf auf das griechische Wort elektron „Bernstein“ zurückgeht. Nachdem im 19. Jahrhundert grundlegende Gesetzmäßigkeiten des elektrischen Stroms für die Energieversorgung bekannt wurden, schritt die Entwicklung innerhalb der Elektrotechnik rasant voran. Pioniere wie Alva Edison, der die Glühlampe erfand und Nikola Tesla, der den Grundlage für die Erfindung von Wechselstrom schuf, nahmen hier eine besondere Rolle ein. 1882 gelang die erste Fernübertragung von elektronischer Energie. Seitdem ist ein Leben ohne Elektrizität im Sinne von elektrischer Energie unvorstellbar. Bereits mehr als ein Jahrhundert bestimmen elektrische Phänomene und Andwendungsbereiche, wie Licht und Wärme das menschliche Leben. Um die mit Elektrizität betriebenen Geräte, Anwendungen sowie Gefahren beherrschen zu können, ist der Beruf des Elektrikers bzw. des Elektronikers , wie die heutige Berufsbezeichnung heißt, entstanden. Der Beruf des Elektronikers musste sich, genauso wie alle Handwerkerberufe, immer wieder den jeweiligen technischen Entwicklungen anpassen. Im Laufe der Zeit entstanden für das Elektriker Handwerk Berufsbezeichnungen, wie Elektriker, Elektroinstallateur und Elektroniker.
Berufsfeld Elektriker

Professionelle Elektroarbeiten vom Elektriker.
Der Beruf des Elektrikers bietet ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten. Die Ausbildung zum Elektriker dauert dreieinhalb Jahre und schließt mit der Gesellenprüfung ab. Die Spezialisierung wird im zweiten Lehrjahr festgelegt. Dabei kann zwischen den drei Fachrichtungen: Energie- und Gebäudetechnik, Kommunikations- und Informationstechnik sowie Automatisierungstechnik gewählt werden.
Elektriker – Werkzeuge und Geräte
Durch die ständige Weiterentwicklung der modernen Technologie, haben sich auch die Zuständigkeitsbereiche der Elektriker erweitert – parallel dazu auch die Ausrüstung und die Arbeitsgeräte. So gehören heutzutage nicht nur Kabel, Leuchten, Steckverbindungen oder Verlegungsmaterial zu der Ausrüstung eines Elektrikers. Der moderne Beruf des Elektronikers fordert den Umgang mit Messgeräten, wie beispielsweise eines Multimeters, der für die Messung von elektrischen Strömen verwendet wird, als auch Betriebskenntnisse von schwerem Werkzeug wie der Mauernutfräse oder Seitenschneidern. Darüber hinaus fällt auch die Bedienung von hochkomplexen Automatisierungsanlagen, Regeleinrichtungen sowie von kommunikations- und datentechnischen Anlagen in den Zuständigkeitsbereich der Elektriker.
Elektriker für Energie- Gebäudetechnik
Elektriker für Energie- und Gebäudetechnik sind für die Installation, Wartung und Reparatur von Energieversorgungsanlagen und elektrotechnischen Anlagen in Gebäuden verantwortlich. So sind die Elektrofachmänner nicht nur für die richtige Beleuchtung zuständig, sondern sorgen zudem für die Installation und die Inbetriebnahme von Energiewandlungssystemen und ihren Leiteinrichtungen. Hierzu zählen beispielsweise moderne Photovoltaikanlagen. Zudem fällt auch die Planung und Einrichtung von Erdungs-, Blitzschutz- und Überspannungsschutzanlagen in den Zuständigkeitsbereich der Elektroniker. Auch für das Anschließen von Telekommunikationsgeräten, wie Telefonanlagen an Fremdmeldenetze sind die Elektriker für Energie- und Gebäudetechnik zuständig. Des Weiteren kümmern sie sich um die Konfiguration und Instandsetzung von Heizungs-, Klima- und Lüftungssystemen.
Elektriker für Informations- und Telekommunikationstechnik
Elektriker der Informations- und Telekommunikationstechnik beschäftigen sich mit den Datenverarbeitungs- und Datenübertragungssystemen sowie Anlagen der Sicherheitstechnik. Hierunter fallen Alarmanlagen, aber auch Bewegungsmelder, Zutrittskontrollanlagen, Videoüberwachungssysteme sowie lebensrettende Brandmeldeanlagen. Ein wesentlicher Tätigkeitsbereich bildet das Installieren, Parametrieren und Konfigurieren von Software. Zudem verwalten und richten die Elektroniker auch Datenbanken ein, analysieren Datenübertragungen und installieren Software für Hardwarekomponenten.
Elektriker für Automatisierungstechnik
Elektriker, die sich auf die Fachrichtung Automatisierungstechnik spezialisiert haben, entwerfen Automatisierungsanlagen und testen, konfigurieren sowie programmieren Automatisierungssysteme. Unter anderem installieren Sie Sensoren und Leiteinrichtungen, sind aber auch für die Errichtung von pneumatischen, hydraulischen und elektrischen Antrieben verantwortlich. So werden beispielsweise Verkehrsleitsysteme, Gebäudeautomaten oder Netzautomaten von Elektrikern betreut. Des Weiteren fallen unter den Aufgabenbereich des Elektronikers für Automatisierungstechnik Sensor- und Aktorsysteme sowie das Installieren und Justieren von Automaten.
Elektriker – Ein Beruf mit Zukunft
Der Beruf des Elektrikers, verbunden mit der ständigen technologischen Weiterentwicklung, wird auch in Zukunft stets eine wichtige Rolle einnehmen und bleibt ein attraktiver Beruf. Schon heute erstreckt sich das Aufgabengebiet der Elektrofachmänner bei weitem über das Einbauen von Steckdosen, der Kabelverlegung und der Elektroinstallation. Durch die zunehmende Bedeutung elektrischer Systeme wie intelligenter Gebäudetechnik, die auch zunehmend wichtig für das altersgerechte Wohnen wird, erschließen sich laufend neue Perspektiven im Elektroniker-Beruf.
Elektrofachbetriebe
Elektrofachbetriebe bieten vielfältige Lösungen für jedes Problem. Sie sind Spezialisten für die Erzeugung und effiziente Nutzung von Energie in Wohn- und Bürogebäuden. Zudem prüfen Elektriker Elektroinstallationen sowie Elektrogeräte auf die Sicherheitsaspekte und führen den sogenannten E-Check durch, der den Kunden die Gewissheit gibt, dass ihre Geräte im einwandfreien Zustand sind und den Sicherheitsrichtlinien entsprechen. Dieses ist insbesondere für die Kunden wichtig, die dieses bei Gewerbeaufsichtsämtern, Berufsgenossenschaften und Versicherungen nachweisen müssen. Doch auch in den eigenen vier Wänden sorgt ein durchgeführter E-Check für mehr Sicherheit und hilft Gefahren und Schäden vorzubeugen.
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