Steckdosen: Plug-Play-Pay-Pray
Steckdosen sind heute als Versorgungsquelle der modernen Zivilisation so selbstverständlich geworden, wie Luft und Wasser. Doch bis dahin war es ein langer Weg, der über waghalsige Ideen, risikoreiche Experimente und visionäre Erfindungen zur menschlichen Beherrschung der Elektrik und Elektronik geführt hat. Die Basis für die Nutzung der Stromenergie schuf Michael Faraday im Jahre 1831, indem er die elektromagnetische Induktion untersuchte. Hiervon ausgehend konnte dann mechanisch erzeugte Kraft in elektrische Leistung umgesetzt werden. So war schon im 19. Jahrhundert die universell einsetzbare und über weite Strecken transportierbare Energiequelle des elektrischen Stroms verfügbar. 1882 entstand das erste deutsche Kraftwerk. Verbreitung fanden die ersten Stromleitungen um 1890. Sie wurden auf Putz verlegt und waren mit einem gebördelten, verbleiten Eisenblechrohr, dem sogenannten Bergmannrohr, isoliert.
Steckdosen: Die Geburt der Steckdose
Die erste System Steckdose wurde im Jahre 1904 von dem Amerikaner Harvey Hubbell unter der Patentnummer 774.250 angemeldet. Hiervon ausgehend wurde Aufbau und Materialausführung über die Jahre modifiziert und verbessert. Der zunächst aus Bakelit, Glas oder Porzellan bestehende Anschluss wurde durch preiswertere Kunststoffe ersetzt. Die Preise für die Stromnutzung richteten sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach dem angeschlossenen Verbraucher. So war der Strom für Licht billiger als für Toaster, Föhn oder Staubsauger. Der Steckdosenanschluss war auf diese Unterscheidung hin ausgerichtet. So wurden auf dem Schwarzmarkt zahlreiche Geräte verkauft, die mit Steckern für den Lichtanschluss ausgestattet waren. Heute würde ein Raum ohne Stromanschluss als unbewohnbar gelten, denn allzu selbstverständlich gehört heute eine Steckdose in jede Wohnungswand.
Steckdosen: Optimierung des Herstellungsprozesses
Heute sind Steckdosen auf die zahllosen Anforderungen und Nutzbedingungen des modernen Elektronikzeitalters hin ausgerichtet. Ihr Aufbau und Variantenreichtum versucht auch speziellen Situationen gerecht zu werden. Zudem können die Kosten für die Produktion von Kunststoffteilen durch die Optimierung und Standardisierung der Herstellungsprozesse in den letzten Jahrzehnten stetig reduziert werden. Kunststoffteile für GIRA Steckdosen, BERKER Steckdosen oder JUNG Steckdosen werden von Zulieferfirmen so kostengünstig geliefert, dass vor allem Artikel mit einem hohen Kunststoffanteil und nur wenigen elektrotechnischen Bauteilen, wie einfache Ausführungen der Steckdosenleiste oder Steckdosenwürfel zu erstaunlich geringen Preisen gehandelt werden können. Auch der Verkaufspreis einer Gartensteckdose oder auch einer einfachen Starkstrom CEE-Steckdose kann über einen günstigen Kunststoffpreis reduziert werden.
Steckdosen: Kosmopolite Artenvielfalt
Für Steckdosen gibt es auf der Welt 16 verschiedene Stecksysteme, die seit Auflistung durch das amerikanische Handelsministerium alphabetisch von Typ A bis Typ M gezählt werden. Das 16. System wird offiziell mit IEC 60906-1 bezeichnet und ist im Hinblick auf Sicherheit, Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit der SCHUKO-Steckverbindung in Deutschland überlegen. Es gilt daher als Standard setzendes System auch für den Europäischen, wenn nicht weltweiten Raum. Die mit dem Eurostecker Typ C (CEE 7/16) ist gewährleistet, was eine Umstellung erleichtern würde. Bislang ist jedoch der Gebrauch diverser Steckdosenadapter für die Reise in bestimmte Länder notwendig, da nicht nur Sitten sondern auch Steckdosen hier anders sein können.
Steckdosen: Diversität und Standardisierung
Doch Steckdosen sind nicht nur bei der Verbindung mit dem Stromnetz zu finden. Die LAN Steckdose, die USB-Verbindung und der elektrische Anschluss im Auto oder Wohnmobil benötigen Einsteckvorrichtungen. Es gibt unzählige elektrische Stecksysteme, die den jeweiligen Anforderungen angepasst sind. Technische Entwickler, Produktionsverbände, Verbraucherministerien und internationale Gremien setzen sich für grenzübergreifende Standardisierungen ein – deren Durchsetzung und Realisierung sich in einem langwierigen Prozess über Jahre hinziehen kann. Derart weitreichende Umstellungen haben meist einen langen Vorlauf, müssen auf wirtschaftliche Strukturen Rücksicht nehmen und dürfen vor allem die privaten Haushalte finanziell nicht zu stark strapazieren.
Steckdosen: Treffen sich zwei Netze – Internet über die Stromsteckdose
Der Energiestrom über Steckdosen bietet auch heute noch neue Möglichkeiten. So ist es seit einiger Zeit Möglich das Internet über Steckdose zu nutzen. Hierbei kann man einen Adapter an eine Steckdose anschließen, der mit dem Computer verbunden wird. Über die Stromspannung von 230 Volt wird ein Signal moduliert, auf dem die Datenübertragung stattfinden kann. Diese Adapter kosten zwischen 40 und 150 Euro, je nach Leistungspotenzial. Für ein Netzwerk über Steckdose müssen mehrere Adapter des gleichen Herstellers verwendet werden, da sonst die Kommunikation unter den Geräten nicht einwandfrei gewährleistet werden kann.
Steckdosen: Installation vom Elektriker
Der Selbstverständlichkeit von Steckdosen in jedem Raum gehen gründliche Überlegungen und eine sorgfältige Arbeit voraus. Hierbei sollte man sich die Wohnsituation und die möglichen Bedarfsfälle ins Bewusstsein rufen und Alltagssituationen simulieren. Nach ihren Angaben wird vor dem Einbau der Leitungen und dem Setzen der Steckdosen vom Elektriker ein Installationsplan nach neusten Sicherheitsstandards erarbeitet. Hiernach wird dann das elektrische System im ganzen Haus eingerichtet. Will man, beispielsweise nach einem Umbau, die Steckdosen verlegen – so müssen die Sicherheitsbedingungen neu geprüft werden. Hierbei sind Sie stets auf der sicheren Seite, wenn Sie nicht selbst Hand an Steckdose legen sondern diese vom Elektriker anschließen lassen.
Auf dem Online-Fachportal Elektriker.org finden Sie ganz in Ihrer Nähe den richtigen Experten, der Sie gerne in allen Fragen zum Thema Hauselektrik kompetent berät und Ihnen passende Angebote erstellt.
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