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Smart Home-Kosten: Was kostet ein Smart Home 2026?

Simone Blaß
Verfasst von Simone Blaß
Zuletzt aktualisiert: 08. Oktober 2026
Lesedauer: 16 Minuten
© Halfpoint / istockphoto.com

Was ein Smart Home kostet, hängt in erster Linie davon ab, wie man es definiert. Denn zwischen einer einzelnen Funksteckdose und einem vom Fachbetrieb geplanten und programmierten Bussystem liegen mehrere Größenordnungen. Bei einer geplanten Anlage bestimmen vor allem die Zahl und die Art der gesteuerten Funktionen den Preis. Dazu kommt die Frage, ob im bewohnten Bestand per Funk nachgerüstet wird oder ob sich Leitungen wie im Neubau von Anfang an mitplanen lassen.

Alles auf einen Blick:

  • Im Bestand beginnt eine funkbasierte Nachrüstung von vier bis fünf Räumen bei 4.500 Euro.
  • Die Grundausstattung eines Neubaus kostet 12.000 bis 20.000 Euro.
  • Bei einem Bussystem entfallen je Standardraum 1.150 bis 1.700 Euro auf den Anteil im Schaltschrank.
  • Jede gesteuerte Funktion ist ein eigener Posten. Ein Schaltkanal für Licht kostet ab 130 Euro, eine Beschattung ab 200 Euro und ein Dimmkanal ab 250 Euro.
  • Die Gesamtkosten müssen für jedes Projekt individuell kalkuliert werden, da sie vom Umfang der Installation, der Anzahl der Funktionen und den gewünschten Automationen abhängen.

Smart Home Kosten: Preise in der Übersicht

KostenpositionKostenLeistungsumfang
Funknachrüstung für 4 bis 5 Räumeab 4.500 Euro
  • Bestandswohnung ohne neue Leitungen
  • funkbasiert
Grundausstattung im Neubau zum Vergleich12.000 bis 20.000 Euro
  • Einfamilienhaus mit Leitungsplanung
Schaltschrankanteil je Standardraum1.150 bis 1.700 Euro
  • Licht, Jalousie, Heizung und Bedienpanel
  • fertig programmiert je Raum
Lichtfunktion als Schaltkanalab 130 Euro
  • ein schaltbarer Stromkreis für Beleuchtung
  • Anteil im Schaltschrank
Beschattung als Jalousiekanalab 200 Euro
  • Ansteuerung einer vorhandenen Motorik
  • je gesteuerter Behang
Wandtaster oder Bedienpanel130 bis 300 Euro
  • Bedienstelle an der Wand
  • Preis nach Ausführung
Präsenz- und Bewegungsmelderab 250 Euro
  • Sensor für die Automatik im Raum

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Was kostet ein Smart Home?

Eine funkbasierte Nachrüstung von vier bis fünf Räumen im Bestand kostet ab 4.500 Euro, ohne dass neue Leitungen gezogen werden. Der Unterschied zum Neubau liegt nicht am System, sondern an der Ausgangslage. Im Neubau lassen sich Leitungswege und Verteiler von Anfang an mitplanen. Im bewohnten Bestand spart Funk dagegen Schlitze, Putz und Farbe und kann deshalb die wirtschaftlichere Lösung sein. Sind die Wände für eine Sanierung ohnehin offen, schrumpft dieser Vorteil. Genauer wird die Schätzung, wenn Sie von der einzelnen Funktion ausgehen. So kostet eine Lichtfunktion als Schaltkanal im Schaltschrank ab 130 Euro. Dimmen beginnt bei 250 Euro, eine Beschattung bei 200 Euro und eine Heizungszone bei 130 Euro. Für einen Standardraum mit Licht, Jalousie, Heizung und Bedienpanel fallen allein im Schaltschrank 1.150 bis 1.700 Euro an. Hinzu kommt die Bedienstelle an der Wand mit 130 bis 300 Euro.

Kostenrechner für Smart-Home-Funktionen

Interaktiver Kostenrechner

Kostenrechner für Smart-Home-Funktionen

Schätzen Sie vor der Angebotsanfrage, was die gewünschten Funktionen im Schaltschrank kosten.

Berechnungsergebnis780 €130 Euro je Schaltkanal

Gerechnet ist der fertig programmierte Anteil im Schaltschrank. Bedienstellen an der Wand, Leitungen, Planung und Inbetriebnahme kommen dazu.

Bitte beachten Sie: Die angegebenen Kanalpreise verstehen sich als kalkulatorische Richtwerte für den Facheinbau. Sie enthalten neben dem reinen Aktor-Bauteil auch den Platz im Schaltschrank, die Reihenklemmen, die interne Verdrahtung sowie den anteiligen Programmier- und Parametrieraufwand (z. B. via ETS) durch den Elektrofachbetrieb. Bedienstellen an der Wand, externe Leitungsverlegung und die Anfahrt kommen separat hinzu, genau wie die Anfahrt. Der errechnete Betrag dient lediglich als erste Orientierung und ersetzt kein verbindliches Angebot.

Welche Faktoren beeinflussen die Kosten für ein Smart Home?

  • Zahl der gewünschten Funktionen: Jeder gesteuerte Part ist ein eigener Kanal im Schaltschrank.
  • Art der Funktion: Dimmen kostet fast das Doppelte von einfachem Schalten, Beschattung liegt dazwischen.
  • Funk oder Leitung: Funk spart im Bestand die Leitungsarbeit, ein Bussystem ist dafür unabhängiger und erweiterbarer.
  • Bestand oder Neubau: Im Neubau lassen sich Leitungswege und Verteilergröße von Anfang an mitplanen, im bewohnten Bestand kosten neue Leitungen dagegen Schlitze, Putz und Farbe.
  • Zahl der Bedienstellen: Jeder Taster an der Wand ist ein eigener Posten, unabhängig von den Funktionen dahinter.

Welche Zusatzkosten können beim Smart Home anfallen?

  • Planung und Programmierung: Ein Bussystem muss parametriert werden und dieser Aufwand steckt nicht im Materialpreis.
  • Bedienstellen an der Wand: Taster und Panels kosten 130 bis 300 Euro je Stelle.
  • Erweiterung des Verteilers: Reicht der vorhandene Platz für die Aktoren nicht, wird der Schrank erweitert oder ersetzt.
  • Vertrag für Cloud oder Abo: Je nach System kann für Fernzugriff oder Sprachsteuerung ein laufender Beitrag anfallen.
  • Nachrüstung in einem zweiten Schritt: Wer später nachrüstet, zahlt einen zweiten Anfahrts- und Programmieraufwand.

Kostenbeispiele für Smart-Home-Funktionen 2026

Angenommen ist jeweils ein einzelner Raum ohne die Kosten für Leitungen. Die ersten beiden Beispiele rechnen nur den Anteil im Schaltschrank, das dritte zeigt Bedienung und Automatik.

Beispiel 1: Wohnzimmer mit geschaltetem Licht

Vier Leuchten werden geschaltet, zwei Behänge gesteuert und zwei Heizungszonen geregelt. Gedimmt wird in diesem Raum nicht.

PostenKosten
Schaltkanäle für 4 Leuchten520 Euro
Jalousiekanäle für 2 Behänge410 Euro
Regelung von 2 Heizungszonen260 Euro
Gesamtkosten1.190 Euro

Beispiel 2: Raum mit gedimmtem Licht

Zwei Leuchten werden einfach geschaltet und eine gedimmt, dazu kommen ein Behang und eine Heizungszone.

PostenKosten
Schaltkanäle für 2 Leuchten260 Euro
Dimmkanal für eine Leuchte250 Euro
Jalousiekanal für einen Behang210 Euro
Regelung einer Heizungszone130 Euro
Gesamtkosten850 Euro

Beispiel 3: Bedienung und Automatik in einem Raum

Im Mittelpunkt steht die Bedienung eines Raums mit einem Panel an der Wand, einem Präsenzmelder für die Automatik und einer geschalteten Leuchte.

PostenKosten
Bedienpanel an der Wand220 Euro
Präsenz- und Bewegungsmelder250 Euro
Schaltkanal für eine Leuchte130 Euro
Gesamtkosten600 Euro

Die drei Beispiele liegen damit zwischen 600 und 1.190 Euro, je nachdem wie viel ein Raum können soll.



Ist Funk oder ein Bussystem günstiger?

Im bewohnten Bestand ist Funk günstiger als ein Bussystem, weil dadurch keine Leitungen gezogen werden müssen. Ein kabelgebundenes System verursacht beim Nachrüsten deutlich mehr Aufwand, bietet aber mehr Stabilität und Reichweite. [1] Im Neubau sieht das anders aus, weil die Leitung ohnehin verlegt wird und der Mehraufwand für den Bus gering ausfällt. Ein Bussystem ist zudem unabhängiger und lässt sich leichter erweitern. Maßgeblich ist deshalb nicht der Systemname. Entscheidend ist, ob Wände geöffnet werden müssen und wie stark die Anlage später wachsen soll.

Was ist ein Bussystem?
Ein Bussystem verbindet die Geräte im Smart Home über einen gemeinsamen Übertragungsweg, damit sie Informationen und Steuerbefehle austauschen können. So übermittelt beispielsweise ein Wandtaster den Befehl zum Einschalten des Lichts an einen sogenannten Aktor, der den Stromkreis der Lampe schaltet.

Wer plant und programmiert das System?

Die Planung und Programmierung eines KNX-Bussystems übernimmt in der Regel ein entsprechend qualifizierter Elektrofachbetrieb oder ein spezialisierter Systemintegrator. Dazu werden die Geräte mit der KNX-Software ETS in Betrieb genommen und parametriert. [2] Aktoren im Verteiler, Sensoren im Raum und Bedienstellen an der Wand bilden dabei zusammen das System. [3] Fragen Sie deshalb ausdrücklich, ob Planung und Programmierung im Angebot enthalten sind. Sie sind keine Materialposten und tauchen deshalb in einer Stückliste nicht unbedingt auf.

Wann lohnt sich ein Fachbetrieb?

Spätestens wenn Aktoren in den Verteiler kommen oder Leitungen verlegt werden, brauchen Sie einen Profi. Das sind Arbeiten an der festen Installation und damit Sache eines eingetragenen Elektrofachbetriebs. Eine Funksteckdose stecken Sie dagegen selbst ein. Für den Vergleich mehrerer Angebote lassen Sie sich am besten Funktionen, Bedienstellen, Verteilerarbeit, Planung und Programmierung getrennt ausweisen. Nur so erkennen Sie, ob ein niedriger Paketpreis die Programmierung schon enthält.

Gibt es Förderungen oder Steuervorteile?

Smart-Home-Technik wird nur als Teil einer energetischen Maßnahme gefördert, für die Arbeitskosten kommt außerdem die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen infrage. [4] Wer ohnehin saniert, sollte deshalb prüfen, ob die Steuerung in ein Förderprogramm fällt. [5] Gute Anlaufstellen sind das BAFA sowie die KfW. Ganz wichtig ist hier: Der Antrag muss immer vor dem Beginn der Arbeiten gestellt und bewilligt sein.

Wie hoch ist die Steuerermäßigung?

Die Steuerermäßigung für begünstigte Handwerkerleistungen beträgt 20 Prozent der Aufwendungen und höchstens 1.200 Euro im Jahr. [6] Begünstigt sind die Arbeitskosten, dazu zählen auch in Rechnung gestellte Maschinen- und Fahrtkosten. Den Abzug gibt es nur mit einer Rechnung und bei Zahlung auf das Konto des Betriebs. Barzahlung wird vom Finanzamt nicht anerkannt. Die Geräte selbst bleiben als Material außen vor. [7] Je höher der Hardwareanteil am Preis ist, desto kleiner fällt der Abzug im Verhältnis zur Rechnungssumme aus.

Hinweis für 2027
Ab 2027 soll sich die steuerliche Förderung für Handwerkerleistungen ändern. Der bisherige Anteil von 20 Prozent soll auf 15 Prozent sinken. [8]

Wie kann ich beim Smart Home Kosten sparen?

  • Funktionsliste vorher schreiben: Legen Sie vor der Anfrage fest, welche Leuchte und welcher Behang gesteuert werden soll. So zahlen Sie keine Kanäle auf Vorrat.
  • Dimmen gezielt einsetzen: Planen Sie Dimmkanäle nur dort ein, wo Sie das Licht wirklich dimmen wollen. Ein Dimmkanal kostet fast das Doppelte eines Schaltkanals.
  • Im Bestand auf Funk setzen: Prüfen Sie im bewohnten Bestand zuerst eine Funklösung. Ohne Schlitze entfallen Putz, Farbe und der zweite Handwerker.
  • Ausbaustufen planen: Klären Sie vor der Entscheidung, ob sich das System später erweitern lässt. Dann können Sie mit wenigen Funktionen beginnen und die Ausgaben über Jahre verteilen.
  • Programmierung im Angebot suchen: Prüfen Sie, ob Planung und Programmierung im Angebot enthalten sind. Fehlen sie, wirkt das Angebot günstig und wird bei der Abrechnung teuer.
  • Lohnanteil ausweisen lassen: Lassen Sie die Arbeitskosten getrennt von der Hardware auf der Rechnung ausweisen, denn nur die Arbeit des Elektrikers ist steuerlich begünstigt.


Fazit

Beim Smart Home entsteht der Preis aus der Zahl der Funktionen und nicht aus einer Pauschale für das ganze Haus. Schalten, Dimmen und Beschatten unterscheiden sich im Aufwand erheblich. Ein kabelgebundenes System verlangt zudem mehr Installationsarbeit als eine Funknachrüstung im Bestand. Hinzu kommen Bedienstellen, Leitungswege und die Inbetriebnahme. Mit einer Liste der wirklich zu steuernden Leuchten und Behänge lassen sich die Angebote vor der Beauftragung sinnvoll vergleichen.

Smart Home-Kosten: Häufig gestellte Fragen

Kann ich klein anfangen und später erweitern?

Ein Bussystem ist auf spätere Erweiterungen ausgelegt, bei Funklösungen hängt das vom jeweiligen System ab. Fragen Sie vor der Entscheidung, wie viele Kanäle der geplante Verteiler noch aufnimmt.

Funktioniert die Anlage ohne Internet?

Ein Bussystem arbeitet grundsätzlich lokal, der Fernzugriff braucht dagegen eine Verbindung. Klären Sie, welche Funktionen ohne Netz weiterlaufen.

Was passiert bei einer Abschaltung der Hersteller-Cloud?

Bei cloudgebundenen Funklösungen können dann Funktionen entfallen. Lokal arbeitende Systeme sind davon unabhängig, das ist ein Argument jenseits des Preises.

Brauche ich für jede Leuchte einen eigenen Kanal?

Gemeinsam geschaltete Leuchten können sich einen Kanal teilen. Einen eigenen Kanal braucht eine Leuchte nur, wenn Sie sie getrennt bedienen wollen.

Lohnt sich das System bei einer Mietwohnung?

In einer Mietwohnung eignen sich vor allem Funklösungen ohne Eingriff in die feste Installation, denn sie nehmen Sie beim Auszug mit. Aktoren im Verteiler bleiben dagegen in der Wohnung.

Quellen

[1] Verbraucherzentrale, www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/wohnen/smart-home-das-intelligente-zuhause. Zugegriffen 11. September 2026.

[2] KNX Association, support.knx.org/hc/de/articles/ets-im-ueberblick. Zugegriffen 11. September 2026.

[3] KNX Association, www.knx.org/de/gerate. Zugegriffen 11. September 2026.

[4] KfW, www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilie/Smart-Home. Zugegriffen 11. September 2026.

[5] KfW, www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Bundesfoerderung-fuer-effiziente-Gebaeude. Zugegriffen 11. September 2026.

[6] Bundesministerium der Justiz, www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html. Zugegriffen 11. September 2026.

[7] Bundesministerium der Finanzen, ao.bundesfinanzministerium.de/lsth/2026/paragraf-35a. Zugegriffen 11. September 2026.

[8] Bundesministerium der Finanzen, Entwurf eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027, www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Gesetzestexte/Gesetze_Gesetzesvorhaben/Abteilungen/Abteilung_IV/21_Legislaturperiode/2026-08-18-EStReformG-2027/0-Gesetz.html. Zugegriffen 7. Oktober 2026.

Über unsere*n Autor*in
Simone Blaß
Simone Blaß, gelernte Journalistin mit über 30 Jahren Berufserfahrung, ist Senior-Online-Redakteurin bei Elektriker.org und berichtet umfassend über alle Themen rund um Elektrik und Elektroinstallation. Dazu gehören auch Sicherheitstechnik, Smart Home und E-Mobilität. Bei der fachlichen Aufbereitung ihrer Inhalte verbindet sie journalistische Expertise mit der praktischen Erfahrung, die sie durch den Umbau zweier Reihenhäuser gewinnen konnte. Simone Blaß kennt also die Herausforderungen, vor die Immobilienbesitzer gestellt werden, aus erster Hand. Für ihre Artikel führt sie unter anderem Interviews mit Experten aus der Elektrobranche, sodass der Leser fundierte Informationen, praxisnahe Orientierung und direkt umsetzbare Tipps erhält.